Erfolgreicher Tag der Gesunden Arbeit 2019

Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und das Netzwerk Gesunde Arbeit in Thüringen haben am 20.11.2019 im Rahmen des 8. Tages der Gesunden Arbeit erneut das „Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit“ verliehen. Mit dem Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit können Thüringer Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes zertifiziert werden, die nachweisliches Engagement für die Mitarbeitergesundheit und gesunde Arbeitsbedingungen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus anhand festgelegter Kriterien nachweisen können.

In diesem Jahr wurde das Siegel in den Kategorien Bronze und Silber vergeben. Für jede Siegel-Stufe gelten unterschiedliche Bewertungskriterien. Die Anforderungen steigen in Richtung Gold-Siegel und mit zunehmender Beschäftigungszahl. Vor rund 100 Gästen wurden nach erfolgreichem Zertifizierungsprozess folgende Siegel verliehen:

In der Kategorie mittelständisches Unternehmen erhielt die Indu-Sol GmbH aus Schmölln das Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit in Silber. Bereits 2016 wurde das Unternehmen mit dem Siegel prämiert und nun erfolgreich re-zertifiziert. Das Besondere bei Indu-Sol ist, dass das Betriebliche Gesundheitsmanagement aus der Mitarbeiterschaft entwickelt wird und daher die Beteiligungsquote an den Maßnahmen enorm hoch ist.

In der Kategorie Großunternehmen erhielt der Kommunalservice Jena das Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit in Bronze. Durch die dezentrale Organisationsstruktur besteht für die kommunale Verwaltung die besondere Herausforderung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement darin, mit bedarfsgerechten Lösungen auf die Wünsche der Mitarbeiter zu reagieren. Zudem erhielt der Kommunalservice Jena den Förderpreis für besonderes Engagement der Merkur Bank KGaA in Höhe von 1.000 €.

Das Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit ist für 3 Jahre gültig. Danach können die Unternehmen eine Re-Zertifizierung anstreben. Die nächste Bewerbungsphase für das „Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit“ endet im März 2020.

Im Anschluss berichtete die Sparkasse Gera-Greiz über ihr Gesundheitskonzept und gab Einblicke in bereits umgesetzte Maßnahmen und gesundheitsorientierte Ziele.

Dr. Thomas Engel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Maximilian Bretschneider von der Technischen Universität Dresden stellten ihr im Rahmen des Projektes „GAP“ – Gesunde Arbeit in Pionierbranchen“ gezogenes interdisziplinäres Resümee zur Digitalisierung in der Arbeitswelt vor. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass es zu einer Verschiebung der Belastungen für Arbeitnehmer durch die Digitalisierung kommt, die nicht nur Risiken, sondern auch Chancen birgt.

Überaus interessant und spannend brachte Professor Antje-Britta Mörstedt von der Private University of Applied Sciences Göttingen ihre Erkenntnisse zur „Generation Z“ auf den Punkt. „Twitter, Instagram und der Griff zum Smartphone sind so selbstverständlich wie der Kaffee am Morgen“, sagte sie und warb damit um Verständnis, dass jeweils aus der Sicht der Generation bewertet werden müsse und sich Unternehmen dieser Werteverschiebung stellen müssten.

Der Rektor der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Professor Steffen Teichert, die Projektleiterin Professorin Heike Kraußlach sowie die Gäste waren sich darüber einig, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement in Hinblick auf die Herausforderungen der neuen Arbeitswelt weiterhin an Bedeutung zunehmen wird. Auch im nächsten Jahr erwartet Interessierte und Fachbesucher ein spannender 9. Tag der Gesunden Arbeit.