Hintergrund

Seit einigen Jahren ist festzustellen, dass Umweltschutz auch in Entwicklungs- und Schwellenländern eine größere Bedeutung  erfährt und verstärkt in das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit gelangt. Auch der Exportmarkt deutscher Umwelttechnologien wird zunehmend durch die Nachfrage aus diesen Ländern bestimmt. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, ist es notwendig, angepasste Technologien zu entwickeln. Dazu werden aber auch praxisnah und anwendungsorientiert ausgebildete Ingenieure im Bereich der Umwelttechnik sowohl in den Entwicklungs- und Schwellenländern als auch in der deutschen Exportwirtschaft benötigt.

Die Partnerregion Peru wurde ausgewählt, da das Land im Bereich Umweltschutz und nachhaltiger Entwicklung in den nächsten Jahren vor erheblichen Herausforderungen steht. Die in den letzten Jahren zu verzeichnende positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes basiert zu weiten Teilen auf der Nutzung der natürlichen und mineralischen Ressourcen des Landes wodurch sich vielfältige Bedrohungen für die natürlichen Ökosysteme ergeben. Eine zentrale Stellung besitzt dabei der Bergbau, der an den gesamten Exporterlösen einen Anteil von ca. 60 % besitzt. Mit dem im Jahr 2014 unterzeichneten Rohstoffabkommen  zwischen D und Peru sichert Deutschland eine  Beratung bei der Zusammenarbeit beim umwelt- und sozialverträglichen Abbau  von Rohstoffen und deren Verarbeitung sowie bei der Einführung  und umfassenden Implementierung von Umweltmanagementsystemen zu.

Daneben steht das Land vor der Aufgabe, Lösungen für die zunehmende Urbanisierung zu finden.  Wichtige Themenfelder sind dabei:

  • Trinkwassergewinnung und Abwasserreinigung
  • Abfallentsorgung und Etablierung einer Kreislaufwirtschaft
  • Luftverschmutzung
  • Flächenverbrauch

 

Da diese technischen Themen zumeist auch mit sozioökonomischen Fragestellungen verknüpft sind, ist es von großer Bedeutung auch fachbereichsübergreifende und interkulturelle Kompetenzen in die Umwelttechnikausbildung zu integrieren. Diesem Anspruch möchte das Projekt PEESuD durch die Einbindung von Wirtschaftspartnern, lokalen Entscheidungsträgern und NGOs in die Ausbildung gerecht werden.